Fachveranstaltung: Kommunikation mit Jugendlichen auf Messen

Auf Ausbildungsmessen können Jugendliche ihren Wunschberufen ein ganzes Stück näher kommen. Dort bieten sich gute Gelegenheiten für Gespräche mit Azubis und Ausbildern. So lassen sich leicht Kontakte für Praktikum und Ausbildung knüpfen.

Die Jugendlichen müssen aber erst einmal erreicht werden. Bei dem Überangebot an Ausstellern ist es oft gar nicht einfach, einen bleibenden Eindruck bei den Messebesuchern zu hinterlassen. Schließlich sollen auch die entscheidenden Informationen über das Unternehmen, den Beruf und die Ausbildung transportiert werden. Für Kay Wagner, Obermeister der Dachdecker-Innung-Dresden, ist klar: „Wir suchen verstärkt nach Nachwuchs für unsere Dachdeckerausbildung. Messen sind für den Erstkontakt ideal, aber kein Selbstläufer. Deshalb sind wir immer auf der Suche nach neuen Ideen, um Jugendliche besser zu erreichen.“

Um Handwerksbetriebe hierbei gezielt zu unterstützen, wurde eine Fachveranstaltung konzipiert, die das Thema „Messen“ in den Blick nimmt. Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass Zeit und Aufwand auch für Handwerksbetrieb mit geringer Betriebsgröße möglich ist.

Bereits seit vielen Jahren bietet die LSJ Sachsen Fortbildungen und Seminare für Unternehmen an, die mit Schülern und Schule intensiver zusammenarbeiten möchten. Als Servicestelle für den Berufswahlpass in Sachsen arbeitet die LSJ mit über 400 Schulen und Schulpartnern zusammen. Diese Erfahrungen sind die Basis der Fachveranstaltung „Ansprache von Schülern auf Messen und zu Betriebserkundungen, Kommunikation mit Jugendlichen“.

Im ersten Teil der Fachveranstaltung lag der thematische Fokus auf der Zielgruppe Jugendliche. Die Generation, die gemeinhin als Digital Natives bezeichnet wird, hat nicht nur einen anderen Umgang mit Technik und Zugang zu Informationen. Auch andere Kommunikationsformen und Lebensziele zeichnet sie aus.

Die Ausprägung und Wirkung des Phänomens „Digital Natives“ ist nicht immer unumstritten. Die Art und Weise jedoch, wie Informationen im Zeitalter von Smartphone, Facebook und Instragram aufbereitet und verarbeitet werden, sollte auch Folgen für Materialien für und die Ansprache von Jugendlichen haben.

Hierfür lernten die Teilnehmenden Einfache Sprache als ein Hilfsmittel kennen, um Informationen verständlich und nachvollziehbar zu gestalten. Darüber hinaus setzten sich die Teilnehmer mit Techniken der motivierenden Gesprächsführung sowie mit optischen Gestaltungsmöglichkeiten für Materialien und Messestand auseinander.

Obermeister Kay Wagner war mit der Fachveranstaltung zufrieden: „Die Referentin Frau Dr. Finke lieferte viele nützliche Anregungen und Hinweise für die Vorbereitung von Messen und Ausbildungsbörsen. Auf alle Wünsche und Erfahrungen der Teilnehmer wurde eingegangen. Die Tipps hinsichtlich der Ansprache von Jugendlichen und Gestaltung von Stand und Materialien lassen sich leicht anwenden und sind sehr praxistauglich. Ich glaube, alle Teilnehmer der Fachveranstaltung konnten viel mit nach Hause nehmen.“

Die Fachveranstaltung wurde durch die Dachdecker-Innung und Kreishandwerkerschaft Dresden in Auftrag gegeben und durch die Koordinierungsstelle Berufs- und Studienorientierung der Stadt Dresden organisiert; finanziert durch die Mittel des Europäischen Sozialfonds.

Die Fachveranstaltung fand erstmalig am 18. Januar 2016 in den Räumen des Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk Dresden statt. Nachfolgeveranstaltungen für andere Gewerbe und Zielgruppen sind möglich.


Weiterführende Hinweise und Tipps:

  • Aktuelle Ergebnisse des Forschungsprojekts „Die dritte Mediensozialisation: Was wird aus den ‚Digital Natives‘?“ mit vielen Statistiken und Informationen zum Thema Einstellung zu Arbeit und Berufszielen von Jugendlichen: www.hamburgmediaschool.com
  • Aktuelle JIM-Studie zum Umgang von 12- bis 19-Jährigen mit Medien und Information: www.mpfs.de
  • Aktuelle Statistik zur Mediennutzung Jugendlicher in der Freizeit: www.de.statista.com
  • Seminare mit Schwerpunktthema “Einfache Sprache”: www.lsj-akademie.de/einfache-sprache
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