Im Fokus: Kinderschutz im Kontext Schule!

Kindeswohlgefährdung und Kinderschutz in der Schule ist ein Dauerbrenner und hat durch Covid 19 noch an Aktualität und Brisanz gewonnen. Wie können Pädagoginnen und Pädagogen in der Schule mit diesem Thema klug und angemessen vorgehen?

Im Rahmen der kostenlosen Reihe der Regionalen Zirkel der LSJ Sachsen „Kindeswohl schützen heißt Hilfeprozesse stärken!“ haben sich im März 2021 rund 80 Grund-, Ober- und Förderschulen und Gymnasien in den Regionen Dresden, Leipzig und Chemnitz auf den Weg gemacht, ein schulspezifisches Schutzkonzept gegen Kindeswohlgefährdung zu entwickeln. Über 2 Jahre werden die Einrichtungen von der LSJ Sachsen e. V. und vom Landesverband Sachsen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) durch virtuelle und Präsenzveranstaltungen unterstützt und begleitet. Denn die Schutzkonzeptentwicklung ist ein Prozess, der Zeit braucht. Der wichtigste erste Schritt, so Katja Sturm vom DKSB, ist die „Chef-IN-Sache“. Das bedeutet, die Schulleitung trägt die Hauptverantwortung für das Kinderschutzkonzept und muss diese Verantwortung wahrnehmen wollen. Doch diese kann und soll die komplexe Arbeit natürlich nicht allein bewältigen. Die Erfahrungen zeigen, dass eine Projektgruppe mit möglichst vielen Vertreter/-innen verschiedener Fachbereiche der Schule, weiterem pädagogischen und technischen Personal der Schule sowie mit Schüler/-innen und Eltern diese Aufgabe am besten erfüllt.
Wie Frau Sturm und auch Frau Meyer vom Landesamt für Schule und Bildung in den ersten Veranstaltungen darstellten, hat sich das Verständnis von Kinderschutzkonzepten im Lauf der Jahre dahingehend entwickelt, die Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte noch stärker als bisher in den Schutzkonzeptionen zu verankern. Dafür ist es zwingend notwendig, dass alle Beteiligten in Schule Grundlagenkenntnisse zum Kinderschutz haben, so z.B. Wissen zu rechtlichen Aspekten, zu Handlungsleitfäden, zum Beschwerdemanagement und natürlich auch zur Prävention. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die schuleigene Risiko- und Potenzialanalyse. Denn jede Schule ist anders und jede Schule muss eigene Ansätze, Voraussetzungen, Projekte und auch Stolpersteine in den Blick nehmen. Damit dies gut gelingt, können die Schulen ab dem Schuljahr 21/22 auch eigens dafür vom DKSB ausgebildete Prozessberater/-innen des LaSuB in Anspruch nehmen.

Sie haben Interesse, auch ein Schutzkonzept zu entwickeln? Die Regionalen Zirkel zur Schutzkonzeptentwicklung sind leider aktuell ausgebucht. Schreiben Sie uns dennoch, wir versuchen im Herbst 2021 eine weitere Reihe der Regionalen Zirkel zu diesem Thema durchzuführen.

Weiterführende Hinweise und Tipps:

  • Der Kinderschutzbund Landesverband Sachsen: Kinder in guten Händen – Schutzkonzepte an Schule, Beispiele guter Praxis aus dem Modellprojekt: www.kinderschutzbund-sachsen.de
  • Informationen zum Thema Kindeswohlgefährdung, herausgegeben vom Kinder- und Jugendring Sachsen e.V. und der AGJF Sachsen e.V.: www.kindeswohl-sachsen.de
  • Regionale Zirkel Schulische Gesundheitsförderung „Kindeswohl schützen heißt Hilfeprozesse stärken!“ – Unterstützung und Begleitung für Ihr schulspezifisches Schutzkonzept gegen Kindeswohlgefährdung: www.lsj-sachsen.de
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