Inklusive Beschulung: Impulse für die Gestaltung von digitalem Fernunterricht und Distanzlernen

Die Corona-Pandemie führt weltweit zu Schulschließungen und zur Einführung von digitalem Fernunterricht. Die Umsetzung stellt eine große Herausforderung für Lehrkräfte, Schüler/-innen und Eltern dar. Aktuell häufen sich Nachrichtenmeldungen, die davon berichten, dass vor allem Inklusionsschüler/-innen beim Fernunterricht die größte Benachteiligung erfahren. Chancen sehen Experten vor allem darin, dass die Schüler/-innen durch den Einsatz digitaler Medien gezielter gefördert und Bildungsangebote an visuelle, auditive und haptische Bedürfnisse angepasst werden können. Lernprozesse können räumlich und zeitlich flexibler organisiert und individuelle Lernwege und Lernschwierigkeiten berücksichtigt werden. Die Nutzung dieser Chancen hängt jedoch wesentlich von den jeweiligen kulturellen, sozialen und finanziellen Ressourcen der Betroffenen ab und inwieweit es gelingt, die Kinder an selbstständiges Lernen heranzuführen. Befragte Lehrpersonen in einer Studie in Österreich stellten fest, dass die Einbeziehung von inklusiv beschulten Kindern in den digitalen Fernunterricht nur teilweise möglich war, abhängig von der Behinderungsart und dem Engagement der Eltern.

Wie kann guter inklusiver Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf im Distanzlernen gelingen?

Ergebnisse verschiedener Studien weisen darauf hin, dass nicht nur die Bereitstellung von Endgeräten, sondern auch eine stärkere Betreuung und Lernbegleitung der Schüler/-innen für einen gelungenen Fernunterricht notwendig wären. Der fehlende persönliche Kontakt zu den Lehrkräften und Mitschüler/-inne/-n und die fehlende schulische Tagesstruktur ist für diese Schülergruppe besonders herausfordernd.

Folgende Maßnahmen haben sich in der Laborschule Bielefeld im digitalen Fernunterricht als wirksam erwiesen (Goldan u.a. 2020):
– Differenzierung von Aufgaben
– bedarfsorientierte Unterstützung
– Aufrechterhaltung der Beziehung zu den Schüler/-innen
– angemessene Rückmeldungen zu den Arbeitsergebnissen
– Kontakt zu den Eltern

Um Kontakt mit den Schüler/-innen und Schülern zu halten, bieten sich verschiedene technische Möglichkeiten an. Neben E-Mails und Kommunikationsdiensten auf Lernplattformen ermöglichen es vor allem Videokonferenz-Tools, sich intensiv und effizient über Unterrichtsinhalte auszutauschen und auf Nachfragen konkret einzugehen. Vor allem bieten Videokonferenz-Tools eine direkte und nachhaltige Möglichkeit für Feedback.

Weitere wichtige Komponenten bei der Gestaltung von Fernunterricht sind die Barrierefreiheit und die Datensicherheit. LernSax, die digitale Lern- und Kommunikationsplattform des Kultusministeriums, bietet neben verschiedenen Möglichkeiten der digitalen Lernarbeit auch ein zuverlässiges und datenschutzkonformes Werkzeug für Videokonferenzen an. Hierüber können Klassen- oder Elternkonferenz, Beratungs- und Auswertungsgespräche oder ganze Unterrichtseinheiten durchgeführt werden. Gerne beraten wir Sie zur Nutzung dieses Tools. Wir beraten Sie weiterhin telefonisch, per E-Mail und vor Ort bzw. virtuell bei Fragen zur Gestaltung von schulischer Inklusion und lernzieldifferenter Unterrichtung.

Neben den Möglichkeiten, die LernSax bietet, gibt es eine Vielzahl weiterer technischer Lösungen zur Durchführung von Online-Unterricht. Bei der Auswahl der Werkzeuge ist es wichtig, sich vorab zu informieren, welche davon den Standards der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) entsprechen, da gerade bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen das Thema Datenschutz mit erhöhter Sensibilität zu betrachten ist.

Weiterführende Hinweise und Tipps:

Quellen:

Goldan, Janka; Geist, Sabine; Lütje-Klose, Birgit: Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf während der Corona-Pandemie. Herausforderungen und Möglichkeiten der Förderung– das Beispiel der Laborschule Bielefeld. 2020
Besic, Edvina; Holzinger, Andrea: Fernunterricht für Schüler*innen mit Behinderungen: Perspektiven von Lehrpersonen

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