Im Rahmen unserer Jubiläumsreihe „25 Jahre LSJ Sachsen e. V.“ betrachten wir heute unsere langjährigste Maßnahme im Arbeitsfeld BO. Seit mehr als 20 Jahren unterstützt der Berufswahlpass (BWP) Schülerinnen und Schüler dabei, ihren eigenen Weg in die Arbeitswelt zu finden. Was als Modellprojekt begann, ist heute ein etabliertes Instrument der Beruflichen Orientierung an sächsischen Schulen. Die LSJ Sachsen war von Anfang an dabei – und gestaltet die Entwicklung federführend bis heute.
Eine Idee kommt nach Sachsen
Entstanden ist der Berufswahlpass im Rahmen der BMBF-Initiative „Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben“. Der Nordverbund aus sechs Bundesländern entwickelte ein Portfolio, das Jugendlichen helfen sollte, ihre Berufliche Orientierung zu strukturieren, zu dokumentieren und zu reflektieren.
Die LSJ Sachsen brachte den BWP im Modellprojekt „Sozial Handeln – Sozial tätig sein – Sich engagieren“ (2000–2004) nach Sachsen. Mit dem Projekt Bong-Q „Berufsorientierung – Netzwerke – Ganztagsangebote“ (2004–2007) wurde er anschließend an ausgewählten Schulen erprobt und für die sächsische Praxis weiterentwickelt.
Von der Erprobung in die Fläche
Ab dem Schuljahr 2006/07 begann die schrittweise Einführung in ganz Sachsen. Regionale Koordinatorinnen und Koordinatoren in Bautzen, Dresden und Leipzig, später auch in Chemnitz und Zwickau, unterstützten Schulen bei der Einführung und informierten zugleich Partner aus Wirtschaft und Berufsorientierung.
Der Berufswahlpass wurde damit mehr als ein persönlicher Ordner: Er entwickelte sich zu einem gemeinsamen Instrument, das die vielfältigen Angebote und Erfahrungen der Beruflichen Orientierung bündelt.
2009 folgte ein wichtiger Meilenstein: Der BWP wurde zu einem zentralen Element der Berufs- und Studienorientierung in Sachsen.
Ein Instrument für unterschiedliche Wege
In den folgenden Jahren wurde der Berufswahlpass immer wieder an neue Zielgruppen und Anforderungen angepasst. Für das Berufsvorbereitungsjahr entstand ein eigenes Ergänzungspaket, für Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte das Ergänzungspaket Migration Sachsen.
Auch die inklusive Ausrichtung wurde weiterentwickelt. 2015 entstand „Mein Ordner Leben und Arbeit“ (OLA) für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
Seit 2012 arbeitet die Servicestelle Berufswahlpass unter dem Dach der LSJ mit einem sachsenweiten Angebot. Dazu gehören Beratung, Fortbildungen und Materialien sowie die redaktionelle Weiterentwicklung der sächsischen Version und die Bereitstellung der gedruckten Variante.
Seit 2023: Der Berufswahlpass wird hybrid
Auch die Digitalisierung hat die Berufliche Orientierung verändert. Mit BWPplus Sachsen verbindet der Berufswahlpass seit 2023 die bewährte Arbeit mit dem gedruckten Portfolio mit digital bearbeitbaren Materialien im Online-Materialpool.
Der gedruckte Berufswahlpass bleibt dabei der rote Faden. Digitale Materialien erweitern ihn und eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für Recherche, Dokumentation und Reflexion.
Mehr als 20 Jahre Berufswahlpass – und es geht weiter
Heute nutzen rund drei Viertel der sächsischen Schulen den BWP für die Begleitung einer systematischen BO. Die zentrale Idee des Berufswahlpasses ist trotz aller Veränderungen geblieben: Er unterstützt Jugendliche dabei, ihre Interessen und Stärken zu entdecken, Erfahrungen festzuhalten, Entscheidungen vorzubereiten und den eigenen Weg zu reflektieren. Gleichzeitig hilft er Schulen und ihren Partnern, einzelne Aktivitäten zu einem systematischen Prozess der Beruflichen Orientierung zu verbinden. Der Online-Selbstcheck hilft Schulen dabei, die schuleigene Arbeit mit dem BWP anhand der bewährten Qualitätsstandards zu überprüfen
Wir freuen uns darauf, diesen Weg weiter mit den Schulen zu gehen.
Alle Informationen finden Sie unter www.berufswahlpass-sachsen.de.
