Anlässlich unseres Jubiläums „25 Jahre LSJ Sachsen e. V.“ möchten wir einen Blick auf unsere Arbeitsfelder, Projekte und erreichten Ergebnisse werfen. Im Folgenden stellen wir das Verfahren Sächsisches Qualitätssiegel für Berufliche Orientierung (BO) vor.
Das Sächsische Qualitätssiegel für Berufliche Orientierung ist ein Verfahren, das die Schulentwicklung und konkret die Qualitätsentwicklung in der Beruflichen Orientierung unterstützt. Es wurde 2007 in Sachsen etabliert und bis 2012 vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus verantwortet. Seit 2013 liegt die Leitung des Verfahrens bei der LSJ Sachsen.
Das Siegel ist eine Exzellenzauszeichnung für Schulen mit hervorragender Beruflicher Orientierung. Siegelschulen verfügen über ein systematisches BO-Konzept. Die Berufliche Orientierung ist selbstverständlich Bestandteil des Unterrichts in verschiedenen Fächern. Die Schülerinnen und Schüler an Siegelschulen haben betriebliche Abläufe und Berufsbilder schon vor dem Start in Ausbildung oder Beruf erlebt – durch Praktika und Schülerprojekte. Siegelschulen verfügen über ein Partnernetzwerk, mit dem sie eine praxisbezogene Berufliche Orientierung umsetzen. An Siegelschulen sind Eltern aktiv in die Berufliche Orientierung einbezogen und werden als Begleiter ihres Kindes unterstützt. Eine Siegelschule überprüft zudem den Erfolg ihrer Aktivitäten zur Beruflichen Orientierung und entwickelt sich weiter.
Um das Qualitätssiegel für Berufliche Orientierung können sich alle allgemeinbildenden weiterführenden Schulen in Sachsen bewerben. Es ist ein zweistufiges Verfahren aus Fragebogen und Audit. Im Vorfeld beraten wir die Schulen und unterstützen die Vorbereitung der Audits in Zusammenarbeit mit den Beratern Schule-Wirtschaft des Landesamtes für Schule und Bildung. Aktuell tragen 57 Schulen in Sachsen das Siegel. Sie sind auf unserer Siegel-Website präsent. Das Qualitätssiegel Sachsen ist Teil des bundesweiten Netzwerks BERUFSWAHLSIEGEL, in dem alle Bundesländer mitwirken, das auf Grundlage eines gemeinsamen Dachkonzepts agiert und dem Erfahrungstransfer sowie einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit dient.
Wir haben das auf wissenschaftlichen Qualitätskriterien basierende Siegelverfahren mit- und kontinuierlich weiterentwickelt – immer im Austausch mit dem Netzwerk BerufswahlSIEGEL. Bei der Anpassung des Verfahrens an das gemeinsame Dachkonzept war stets im Blick, den Schulen die Formalitäten zu erleichtern. Seit 2018 melden sich die Schulen nur noch mit ihrem schuleigenen BO-Konzept für das Audit zur Rezertifizierung an. Seit 2021 gibt es für das BO-Konzept ein Best-Practice-Raster.
Nach einem erfolgreichen Audit wird der Schule das Qualitätssiegel verliehen, d. h. sie erhält die Verwertungsrechte für das Logo des Qualitätssiegels, eine Plakette für das Schulgebäude sowie eine Urkunde und eine Siegelprämie des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus. Des Weiteren können sie an ihre bewährten Praxispartner das Logo „Wir sind Partner einer Siegelschule“ ausreichen.
Für die Siegelschulen bieten wir jährliche Online-Treffen zum Erfahrungsaustausch an. 2024 konnten wir ein Präsenztreffen in Zusammenarbeit mit SCHULEWIRTSCHAFT Sachsen bei der Firma Theegarten-Pactec in Dresden auf die Beine stellen. Hier und auch zu BO-Veranstaltungen der Landkreise haben wir die Chance genutzt, die Siegelschulen noch einmal gesondert zu würdigen. Jährlich entsenden wir zwei sächsische Siegelschulen zum SIEGEL-Netzwerktag in Berlin, wo sie als SIEGEL-Botschafterschule ausgezeichnet werden. Die Siegelschulen können zudem die Angebote der SIEGEL-Akademie nutzen und am bundesweiten SIEGEL-Aktionstag „SIEGEL-Day“ teilnehmen. Im Jahr 2027 steht ein besonderer Höhepunkt bevor: 20 Jahre Sächsisches Qualitätssiegel für Berufliche Orientierung. Wir freuen uns darauf!
